Cuttermesser

Unsere Hände sind ein bemerkenswertes Werkzeug. Sie bestehen aus 27 Knochen, über 30 Muskeln, zahlreichen Bändern, Sehnen und Nerven sowie Tausenden von Tastkörperchen. Dank ihnen können wir fühlen, greifen, kommunizieren und arbeiten. Leider sind unsere Hände und Finger besonders anfällig für Schnitt- und Stichverletzungen, insbesondere durch Cutter- und Kabelmesser. Laut der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) gab es jedes Jahr über 37.300 meldepflichtige Arbeitsunfälle, die auf Messer zurückzuführen waren.

Was ist ein Cuttermesser?
Ein Cuttermesser ist ein handliches Werkzeug, das in verschiedenen Branchen und für unterschiedliche Aufgaben verwendet wird. Es besteht aus einem Griff und einer scharfen, auswechselbaren Klinge. Die Klinge ist meistens aus Metall gefertigt und kann je nach Bedarf ausgetauscht werden.

Gefahren beim Arbeiten mit Cuttermessern

  • Schnittverletzungen durch scharfe Klingen
  • Abrutschen bei falscher Handhabung oder schlechtem Griff
  • Verletzungen bei Lagerung, wenn Klingen ungeschützt sind

Sicheres Verhalten beim Umgang mit dem Cuttermesser

  • Schnittschutzhandschuhe und ggf. Schutzbrille tragen
  • Nur scharfe, unbeschädigte Klingen verwenden
  • Immer vom Körper weg schneiden
  • Seitlich zum Schnitt stehen
  • Kartonagen im 45°-Winkel schneiden (weniger Kraft nötig)
  • Umreifungsbänder vor dem Schnitt spannen und flach anschneiden
  • Bei Kraftschnitten robuste Messer mit geringer Schnitttiefe verwenden
  • Folien und Deckel mit Messern mit verdeckt liegender Klinge öffnen
  • Messer sicher lagern (z. B. mit Abdeckung, in Behältern)
  • Ordnung am Arbeitsplatz halten
  • Defekte Messer aus dem Verkehr ziehen

Wenn doch etwas passiert

Nach einer Verletzung beim Umgang mit Cuttermessern sollten Sie einen Durchgangsarzt oder eine zugelassene Durchgangsärztin aufsuchen, insbesondere wenn es sich um eine tiefe und stark blutende Wunde handelt, die Schmerzen nicht nachlassen oder zunehmen, Gefühls- oder Bewegungsstörungen auftreten oder ein Knochenbruch vermutet wird.

Wenn Fingerglieder amputiert wurden, sollten Sie diese niemals direkt mit Eis oder anderen gefrorenen Gegenständen in Kontakt bringen. Stattdessen sollten sie in keimfreiem Verbandsmaterial gekühlt verpackt werden, zum Beispiel in einem Replantat-Beutel.

Auch bei kleineren Verletzungen kann es ratsam sein, einen Arzt aufzusuchen und die Wunde versorgen zu lassen. Andernfalls besteht die Gefahr einer Infektion, die im schlimmsten Fall zu einer Blutvergiftung führen kann.

Unabhängig von der Schwere der Verletzung sollten alle Verletzungen datenschutzkonform in einem Verbandbuch eingetragen werden. Folgende Informationen sollten dabei erfasst werden: Name, Datum/Uhrzeit, Art der Verletzung, Unfallhergang und durchgeführte Erste-Hilfe-Maßnahmen. Dies dient der Dokumentation und ermöglicht eine lückenlose Aufzeichnung aller relevanten Informationen.

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