Grundlagen der Haushaltshygiene
Wo Menschen eng zusammenleben, können Krankheitserreger leicht weitergetragen werden.
Durch einfache und regelmäßige Hygienemaßnahmen lässt sich die Zahl der krankmachenden Keime eindämmen.
Grundlegendes
Bei einer gründlichen Reinigung mit handelsüblichen Putzmitteln werden Schmutzpartikel gelöst und mehr als 90 Prozent aller Oberflächenkeime entfernt.
Für die Grundreinigung verwenden Sie gängige Haushaltsreiniger. Antibakterielle Reinigungsmittel oder Putztücher aus dem Supermarkt bieten keine Vorteile. Desinfektionsmittel werden temporär dort eingesetzt wo vermehrt Krankheitserreger (z.B. Grippeviren) auftreten, es eine Kontaminierung mit Erbrochenem, Stuhl, Blut oder Urin gab, ein Arzt es verordnet hat oder das Gesundheitsamt es anweist.
Verwenden Sie für Küche sowie für Bad und Toilette getrennte Putzlappen (es gibt im Handel Waschlappen mit verschiedenen Farben).
Putztücher oder -lappen zum Trocknen luftig aufhängen und auch Utensilien, wie einen Mopp, nach Gebrauch schnell trocknen, da sich Bakterien in feuchter Umgebung besonders gut vermehren. Putzlappen bei mindestens 60°C waschen.
Sichtbare Verschmutzungen werden unverzüglich entfernt.
Wäschehygiene
Die Häufigkeit des Wäschewechsels ist abhängig vom Verschmutzungsgrad. Ausgenommen davon ist Unterwäsche, sie wird täglich gewechselt.
Im Allgemeinen gelten folgenden Richtwerte:
- personengebundene Seiflappen –> mindestens zweimal wöchentlich*
- personengebundene Handtücher –> mindestens wöchentlich*
- personengebundene Badetücher –> mindestens wöchentlich*
- Schlafbekleidung –> wöchentlich
- Bettwäsche –> 14tägig
- Schlafdecken und Kissen –> einmal jährlich und bei Personenwechsel
* Es ist darauf zu achten, dass eine schnelle Trocknung erfolgt
Sollten die o.g. Textilien sichtbar verschmutzt sein, werden sie gewechselt.
Damit beim Wäschewaschen nicht nur sichtbare Verschmutzungen entfernt werden, sondern auch Mikroorganismen, sind die Temperatur des Wassers und die Art des Waschmittels wichtig.
Für die normale Oberbekleidung reichen in der Regel niedrigere Waschtemperaturen (30 bis 40 °C).
Nach dem Waschgang, wenn die Waschmaschine nicht mehr genutzt wird, ist die Waschtrommel und das Fach für Waschmittel 24 Stunden offen zu lassen, um ein trocknen zu gewährleisten.
Lufthygiene
Regelmäßiges Lüften fördert die Luftqualität in den Räumen. Frische Luft ist wichtig für das Immunsystem und die Gesundheit sowie für die Leistungsfähigkeit und das gesamte Wohlbefinden.
In geschlossenen Räumen kann die Anzahl von Krankheitserregern in der Raumluft steigen. Regelmäßiges Lüften verringert die Zahl erregerhaltiger feinster Tröpfchen in der Luft und senkt damit das Ansteckungsrisiko in Räumen.
Auch in der Heizsaison sollten Sie nicht auf richtiges Lüften verzichten. Hierfür empfiehlt sich regelmäßiges Stoßlüften. Öffnen Sie mehrmals täglich für einige Minuten (ca. acht bis zehn Minuten) weit die Fenster, um gut durchzulüften.
Stoßlüften reduziert auch das Risiko einer Schimmelbildung, beispielsweise im Badezimmer.
Küchen- und Lebensmittelhygiene
Richtiger Umgang mit Lebensmitteln
Abwechslungsreiche und leckere Mahlzeiten bereichern den Alltag. Damit der Genuss ungetrübt bleibt, sollten im Umgang mit Nahrungsmitteln einige Hygieneregeln beachtet werden. Denn Lebensmittel können Krankheitserreger übertragen, die vor allem Durchfall und Erbrechen hervorrufen. Lebensmittelinfektionen werden beispielsweise durch Bakterien wie Salmonellen, Campylobacter und EHEC oder auch durch Viren, wie Noroviren, verursacht. Befallen sind insbesondere Fleisch, Fisch und Tierprodukte. Aber auch eine Verunreinigung pflanzlicher Lebensmittel ist möglich.
Oft ist Lebensmitteln nicht anzumerken, ob sie mit krankmachenden Keimen belastet sind. Schädliche Mikroorganismen können dann unbemerkt auf andere Lebensmittel übertragen werden, die damit in Berührung kommen, oder auch indirekt über Hände, Arbeitsflächen und Küchenutensilien. Achten Sie daher auf Sorgfalt im Umgang mit Lebensmitteln sowie auf Sauberkeit in der Küche, um sich und andere zu schützen.
Aufbewahren von Lebensmitteln
Die Vermehrung der meisten Bakterien kann durch stetige Kühlung verlangsamt oder gestoppt werden. Leicht verderbliche Lebensmittel wie Fleisch, Fisch sowie Meeresfrüchte oder Milchprodukte müssen daher stets gut gekühlt transportiert und aufbewahrt werden.
Eine Kühltasche hilft, nach dem Einkauf leicht verderbliche Ware oder tiefgefrorene Lebensmittel sicher zu transportieren, ohne dass die Kühlkette unterbrochen wird.
Nach dem Einkauf gehören diese Lebensmittel sofort in den Kühlschrank bzw. tiefgefrorene Ware in den Gefrierschrank.
Bewahren Sie Fleischprodukte und Eier getrennt von anderen Produkten auf.
Lebensmittel werden auch im Kühlschrank in geschlossenen Behältern oder abgedeckt gelagert.
Gefrorene Lebensmittel sollten Sie im Kühlschrank auftauen. Denn Salmonellen beispielsweise überleben auch auf tiefgefrorener Ware und können sich nach dem Auftauen auf ungekühlten Lebensmitteln vermehren.
Nehmen Sie Lebensmittel erst kurz vor dem Verzehr oder der Verarbeitung aus dem Kühlschrank.
Reste gegarter Speisen sollten Sie schnell abkühlen lassen. Bewahren Sie die Reste dann im Kühlschrank auf und verbrauchen Sie sie innerhalb von 24 Stunden.
Die Temperatur des Kühlschranks sollte maximal bei 7°C liegen (besser unter 5°C), die des Gefrierschranks bei -18°C.
Speisen richtig zubereiten
Um eine Verunreinigung von Speisen bei der Zubereitung zu vermeiden, sollten Sie auf persönliche Hygiene wie saubere Kleidung sowie frisch gewaschene Hände und gereinigte Fingernägel achten. Ringe sind beim Kochen und Backen grundsätzlich zu entfernen. Langes Haar muss zusammengebunden werden. Festes Schuhwerk ist in der Küche zu tragen.
Waschen Sie Ihre Hände vor der Zubereitung von Mahlzeiten und öfter zwischen den Arbeitsgängen, vor allem:
- nach dem Kontakt mit rohen Lebensmitteln,
- vor der Verarbeitung roh verzehrter Speisen,
- nach dem Kontakt mit Abfällen
- vor dem Essen
Bitte achten Sie auch darauf, dass die Kinder vor dem Einnehmen der Mahlzeiten ihre Hände waschen.
Um eine Übertragung von Krankheitserregern zu unterbinden, mit denen rohe Produkte möglicherweise belastet sind, sollten Sie diese verarbeiten, ohne dass sie in Kontakt mit anderen Lebensmitteln kommen.
Verpackungen sowie Tauwasser von Fleisch und Geflügel sollten Sie sofort entsorgen. Alle Arbeitsflächen und Gegenstände, die damit in Kontakt waren, sollten Sie gründlich mit warmem Wasser und Spülmittel reinigen, wenn möglich in der Spülmaschine.
Für die Zubereitung von roh zu verzehrenden und zu garenden Lebensmitteln sollten Sie jeweils unterschiedliche Küchenutensilien verwenden. Nach Gebrauch gründlich mit Wasser und Spülmittel oder in der Spülmaschine reinigen.
Die meisten Keime können durch Erhitzen auf 70 bis 100°C abgetötet werden.
Speisen sollten Sie daher bei der Zubereitung oder auch beim Aufwärmen ausreichend erhitzen, so dass mindestens 70°C für zwei Minuten im Inneren des Lebensmittels erreicht werden. Überprüfen Sie im Zweifelsfall bei Fleisch und Geflügel die Temperatur mit einem Fleischthermometer.
Wenn es erforderlich ist, warme Speisen bis zum Verzehr heiß zu halten, sollte die Temperatur der Speisen dabei nicht unter 65°C fallen.
Rohmilch (nicht pasteurisierte Milch) sollten Sie vor dem Verzehr abkochen.
Für Kleinkinder, Schwangere oder Menschen mit geschwächtem Immunsystem sind Nahrungsmittel wie Rohmilchprodukte, rohes Fleisch wie Tatar oder Carpaccio, Rohwurst, roher Fisch wie Sushi, Räucherlachs und rohe Meeresfrüchte wie Austern sowie Speisen mit rohem Ei nicht zu empfehlen.
Hackfleisch muss zwingend am Einkaufstag verarbeitet und verzehrt werden. Es darf nicht eingefroren werden.
Auch pflanzliche Nahrungsmittel wie Obst, Gemüse, Kräuter, Sprossen und Blattsalate können mit Krankheitserregern verunreinigt sein.
Pflanzliche Lebensmittel, die roh verzehrt werden, sollten Sie zuvor gründlich waschen, am besten unter fließendem Wasser. Erdnah wachsende Sorten sollten möglichst geschält werden.
Um einer Vermehrung von Keimen vorzubeugen, sollten Obst, Gemüse und Salat nach dem Kleinschneiden umgehend gegessen oder im Kühlschrank abgedeckt zwischengelagert werden.
Wer sicher gegen eine mögliche Keimbelastung vorgehen will, sollte beispielsweise Sprossen und tiefgekühlte Beeren vor dem Verzehr erhitzen.
Auch Haustiere können Krankheitserreger übertragen. Deshalb sollten sie während der Zubereitung von Speisen nicht gestreichelt und von Lebensmitteln ferngehalten werden.
Sauberkeit in der Küche
Viele Keime können auf Flächen und Gegenständen für einige Zeit überleben, die meisten Bakterien können sich in feuchtem Milieu besonders gut vermehren. Um zu vermeiden, dass Erreger weiterverbreitet werden und an die Hände oder Lebensmittel gelangen, sollten Sie nicht nur bei der Zubereitung von Speisen, sondern generell in der Küche auf gute Hygiene achten.
Geschirr, Besteck und Küchenutensilien sollten Sie mit möglichst warmem Wasser und reichlich Spülmittel oder in der Spülmaschine bei mindestens 60°C reinigen.
Spülen Sie mit der Hand, sollten Sie dies möglichst bald nach der Mahlzeit tun, denn bei Zimmertemperatur vermehren sich Keime sehr schnell.
Verwenden Sie für Geschirr, Arbeitsflächen und Fußboden getrennte Reinigungstücher.
Spülbürsten sollten Sie regelmäßig in der Spülmaschine reinigen und hin und wieder ersetzen. Schwämme sind aus hygienischen Gründen weniger gut geeignet. Werden sie dennoch eingesetzt, sollten sie regelmäßig mitgewaschen oder ausgetauscht werden.
Für das Aufwischen von möglicherweise keimbelasteten Lebensmittelrückständen eignen sich am besten Einmaltücher.
Spülbecken, Arbeitsflächen, Küchengeräte und auch Tür- oder Schrankgriffe sollten Sie regelmäßig mit warmem Wasser und Reinigungsmittel säubern und anschließend gut abtrocknen.
Der Kühlschrank muss ebenfalls regelmäßig einmal wöchentlich gereinigt werden. Dieses ist zu dokumentieren (nur in Wohngruppen). Außerdem sind verdorbene und abgelaufene Lebensmittel zu entsorgen.
Abfallbehälter sollten Sie häufig leeren und mindestens einmal pro Woche mit warmem Wasser und Reinigungsmittel auswaschen.
Es dürfen im Küchenbereich keine Pflanzen aufgestellt werden.
Abfallentsorgung
Der entstandene Abfall wird getrennt nach Verpackung (grüner Punkt/gelber Sack), Papier, Glas, Bioabfall und Restmüll. Rest- und Biomüll wird in verschließbaren Behältern mit Beuteleinlage gesammelt. Der Biomüll ist täglich zu entsorgen. Die anderen Abfälle nach Bedarf.
Toiletten- und Badhygiene
Im eigenen Zuhause, in öffentlichen Sanitärräumen unterwegs, am Arbeitsplatz, im Kindergarten oder in der Schule: Nach dem Toilettenbesuch können Keime leicht über kleinste Stuhlreste weitergetragen werden. Von den Händen können Erreger beispielsweise an Spültaster, Armaturen oder Türklinken weitergereicht werden und dort abhängig von der Art des Keims, der Beschaffenheit der Oberfläche, der Umgebungstemperatur oder Feuchtigkeit für einige Zeit überleben.
Bei Kontakt mit verunreinigten Gegenständen können Krankheitserreger über eine Schmierinfektion an die Hände anderer Menschen sowie schließlich in deren Mund und Verdauungstrakt gelangen und Infektionskrankheiten auslösen.
Nach dem Toilettengang sind sich zwingend die Hände zu waschen.
Richtig putzen
Ein keimfreier Wohnbereich ist weder möglich noch notwendig. Es genügt eine gründliche Sauberkeit. Diese lässt sich in Bad und Toilette mit einfachen Hygieneregeln erreichen:
- Regelmäßige, engmaschige Reinigungsintervalle (mind. zweimal in der Woche).
- Sichtbare Verschmutzungen sofort beseitigen.
- Handelsübliche Putzmittel reichen für die Reinigung aus.
- Verwenden Sie für den Sanitärbereich separate Putzlappen. Putzen Sie zuerst das Waschbecken, dann das WC.
- Auch Türklinken, Lichtschalter und andere Hand-Kontakt-Flächen regelmäßig abwischen.
- Lassen Sie nach dem Gebrauch Wischlappen oder Mopp immer gut trocknen, denn Bakterien vermehren sich im feuchten Milieu besonders gut.
- Um eine Keimverschleppung zu verhindern, Reinigungslappen in den entsprechenden Räumen aufbewahren.
- Putzlappen sollten Sie häufig wechseln und bei mindestens 60°C waschen.
Ausstattung der Toilette
Um beim Toilettenbesuch Hygieneregeln einhalten zu können, ist die richtige Ausstattung
Voraussetzung:
- Auf der Toilette sollte stets ausreichend Toilettenpapier vorhanden sein. Es ist mehrlagiges Toilettenpapier zu nutzen. Das Papier sollte so angebracht sein, dass es leicht erreichbar ist.
- Feuchttücher sollten nur im Ausnahmefall verwendet werden, da ein Befall mit Krankheitserregern sowie ein Allergierisiko aufgrund der enthaltenen Konservierungs- und Parfümstoffe nicht ausgeschlossen werden kann.
- Handtücher werden personenbezogen genutzt. Die Haken sollten namentlich gekennzeichnet werden (eher in Wohngruppen). Die Handtücher müssen so aufgehangen werden, dass sich sie nicht mit denen einer anderen Person berühren.
