Notfallplan psychische Belastung

In Ihrem Berufsalltag als Erzieher oder Sozialarbeiter sind Sie täglich hohen psychischen Belastungen ausgesetzt. Diese Unterweisung soll Ihnen helfen, Belastungsquellen zu erkennen, angemessen damit umzugehen und Maßnahmen zur eigenen Gesunderhaltung zu ergreifen.

Ziel:
Bei akuter emotionaler bzw. psychischer Belastung der MitarbeiterInnen – Schutz der MitarbeiterIn, Sicherstellung des Kindeswohls sowie eines sicheren Einrichtungsbetriebs

Keiner soll in einer akuten Krisensituation alleingelassen werden!

Warnsignale:

  • Überforderung
  • Panikgefühle
  • Weinen, Zittern. Wut, Frustration
  • Konzentrationsverlust
  • Kontrollverlust
  • Massive Konflikte mit KollegInnen oder Kindern/Jugendlichen
  • Angst
  • anhaltender Lärm
  • permanentes gefordert sein/ständig in Aktion
  • Konflikte und Belastungen mit Eltern

Sofortmaßnahmen in einer akuten Belastungssituation:

Sicherheit prüfen:
Betreuung der Gruppe sicherstellen, nach Möglichkeit Übergabe an KollegIn, so ein Zweitdienst vorhanden ist.
Ist kein Zweitdienst anwesend, dann Kontaktaufnahme zu Teammitgliedern, um schnelle Hilfe vor Ort zu installieren.

Information der Leitung:
Vorfallschilderung, konnte der Betrieb weiter abgesichert werden oder ggf. auch nicht, welche Hilfe ist ggf. weitergehend erforderlich

Stabilisierung:
Nach Möglichkeit Rückzug in Ruheraum, ruhige Atmung, Wasser trinken, Frischluft atmen, ggf. kurzer Spaziergang, Atmung: 4 Sek einatmen, 6 Sek ausatmen, wenn gar nichts hilft, Notarzt anrufen 112

Einschätzung:
Gibt es Suizidgedanken oder ernsthafte Gefährdungssituation? Ggf. Krisendienst kontaktieren

Dokumentation:
Datum, Uhrzeit, Anlass, beobachtete Belastungssignale, Maßnahmen, ggf. externe Hilfen, vereinbarte Schritte

Kommunikations- und Meldewege: 

Situation                                                            AnsprechpartnerInnen
leichte Belastung                                              KollegIn oder Gesamtteam
starke Belastung                                              Team und Leitung, ggf. externe Supervision
massive Krise/Suizidgedanken                      Leitung und Psychiatrischer Notdienst
akute Gefahr (Selbstgefährdung)                  112/ Notarzt

Unterstützungsangebote für MitarbeiterInnen:

  • Interne Krisenansprechperson/Vertrauensperson
  • Gespräch mit Einrichtungsleitung: Frau Berke-Machus oder  Nichterreichbarkeit Herr Fedrich
  • Kollegiale Beratung
  • Externe Supervision
  • Psychologische Beratung durch externe Psychologen/Therapeuten
  • Nach Möglichkeit temporäre Entlastungsmöglichkeiten im Rahmen der Dienstplanung finden durch Doppeldienstbesetzung
  • Fachliche Stärkung durch themenspezifische Fortbildungen wie z.B. Trauma/Stressbewältigung, Deeskalation, Selbstfürsorge

Nachsorge:

  • Innerhalb von 24-72 Stunden Entlastungsgespräch mit Leitung
  • Reflexion des Geschehens
  • Prüfung von Dienstplananpassung, Auszeit
  • Erarbeitung von Schutzstrategien
  • Ressourcenorientiertes arbeiten
  • Sensibilisierung im Gesamtteam für Frühwarnzeichen, ggf. therapeutische Unterstützung
  • Weiterbildungen zum Thema: Konfliktmanagement, Kommunikation, Selbstfürsorge…

Checkliste für den Notfall:

  • Ruhe bewahren/Grenzen setzen
  • Betreuung der Gruppe sicherstellen/Gruppe übergeben/ Sicherheit herstellen
  • wenn möglich Kurzpause einlagen (ca. fünf Minuten, Augen schließen, ruhige Musik…)
  • Rückzug/Stabilisierung (Atmung, Wasser, frische Luft)
  • Information Kollegin/Einrichtungsleitung
  • Bei Bedarf Arzt/ Notdienst kontaktieren 112
  • Ereignis dokumentieren
  • Nachgespräch innerhalb von 72 Stunden mit Einrichtungsleitung
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