Leitern und Tritte
Mögliche Gefahren im Büro- und Arbeitsalltag
Akte mal wieder ganz oben im Schrank? Der Kaffee steht ganz hinten im obersten Regal? Oder es muss mal wieder die Glühbirne ausgetauscht werden?
Hierbei helfen Tritte und Leitern. Diese sind auch im Büro wichtig. Bei einer Greifhöhe von mehr als 1,80 m muss der Arbeitgeber Aufstiege (Tritthocker, Leitern) zur Verfügung stellen.
Leitern und Tritte wirken harmlos – doch gerade im Büro passieren häufig Unfälle.
Typische Gefahren:
- Unsachgemäßer Gebrauch oder falsche Leiterwahl
- Instabiler oder rutschiger Untergrund
- Zu hohe Reichweite oder falscher Körperschwerpunkt
- Abgenutzte oder beschädigte Leitern und Tritte
- Überlastung durch schwere Gegenstände
Leitern:
Besondere Gefahren:
- Auswahl des falschen Leitertyps
- Weg- oder Abrutschen der Leite
- Verlust des Gleichgewichts
- Abrutschen von den Sprossen
- Bei Sturzunfällen von 1-2 Metern Höhe kommt es oft zu Kopfverletzungen
- Bei einer noch größeren Höhe kann der beschleunigte Körper nicht mehr von Armen oder Beinen abgefangen werden
- Der Aufprall insbesondere auf Beton oder Metall ist oft extrem hart
- Folgen: Knochenbrüche
Tritte:
Soweit erforderlich, sind die bereitgestellten Aufstiege zu nutzen. Sie müssen auf festem, ebenem und rutschhemmendem Untergrund aufgestellt werden. Schadhafte Tritte dürfen nicht verwendet werden.
Sicherer Umgang:
- Stabilisierung durch eine zweite Person
- Stützen Sie Leiterfüße gegen Verrutschen ab
- Auf Gleichgewicht achten
- Beide Hände an die Leiterholme!
- Leitern vor Benutzung prüfen
- Nur geeignetes Schuhwerk nutzen
- Nur körperlich geeignete Personen sollten Arbeiten auf Leitern durchführen
Richtige Auswahl und Verwendung
Die richtige Auswahl ist entscheidend für sicheres Arbeiten mit Leitern und Tritten im Büro.
Wählen Sie passend zur Aufgabe:
- Tritte oder kleine Stufenleitern für Regale oder Schränke
- Nur Leitern mit rutschfesten Füßen und Spreizsicherung verwenden
- Keine improvisierten Hilfsmittel (z. B. Stühle oder Kartons) benutzen
Beachten Sie bei der Verwendung:
- Leiterhöhe muss zur Arbeitshöhe passen – nicht auf oberste Stufe steigen
- Belastungsgrenze beachten (max. Traglast prüfen)
- Bei häufiger oder längerer Nutzung: Stufen statt Sprossen
- Bei über 2 m Standhöhe: nur für kurzzeitige Tätigkeiten (max. 2 Stunden pro Schicht)
- Im besten Fall hält eine zweite Person die Leiter fest
Wichtig:
Nur Leitern und Tritte einsetzen, die geprüft und einwandfrei sind – am besten mit GS- oder DGUV-Testzeichen.
Nutzen Sie niemals Stühle, Tische, um an höhergelegene Orte zu kommen. Besonders Drehstühle sind extrem gefährlich!
Richtig Aufstellen
Ein sicherer Stand ist die Basis für unfallfreies Arbeiten.
So stellen Sie richtig auf:
- Bei Bedarf: Leiterzubehör für unebene Flächen oder Treppen nutzen
- Nur auf festem, ebenem und rutschfestem Untergrund
- Tritte vollständig aufstellen, keine wackelige Platzierung
- Stehleitern ganz aufklappen, Spreizsicherung einrasten
- Anlegeleitern im richtigen Winkel (ca. 70°) aufstellen
- Leiterfüße nicht auf lose Unterlagen (z. B. Teppichkanten) stellen
Auswahl der passenden Leitergröße
- Bei der Auswahl einer Leiter muss berücksichtigt werden, welche Arbeitshöhe erreicht werden soll, da daraus die erforderliche Leiterlänge resultiert. Wichtig ist:
- Für jede Tätigkeit muss die Leiterhöhe so gewählt werden, dass ein sicherer Stand ohne Überstrecken möglich ist.
- Nicht auf die obersten Sprossen oder Stufen steigen, da sie meist nicht als Standfläche zugelassen sind.
- Eine ausreichende Überlänge der Leiter ist notwendig – besonders bei Anlegeleitern (z. B. mind. 1 m über die Austrittsstelle hinausragen).
- Stufenleitern bieten durch ihre größere Standfläche mehr Sicherheit als Sprossenleitern.
Verhaltenstipps:
- Immer beide Füße auf einer Stufe oder Sprosse
- Nicht seitlich herauslehnen – Körperschwerpunkt bleibt zwischen den Holmen
- Keine schweren oder sperrigen Gegenstände mit hinaufnehmen
- Nur mit beiden Händen frei steigen – Akten, Material oder Werkzeuge separat hochgeben lassen
- Maximale Standhöhe beachten – nie auf oberste Stufe steigen, wenn sie nicht ausdrücklich dafür vorgesehen ist
- Nicht barfuß oder mit rutschigem Schuhwerk auf die Leiter steigen
