Arbeiten bei Sonne
Einleitung:
Warum ist UV-Schutz bei der Arbeit wichtig?
Viele Menschen arbeiten täglich im Freien und sind dabei direkt der Sonne ausgesetzt. UV-Strahlung ist unsichtbar und kann die Haut schädigen, auch wenn es bewölkt ist oder die Temperatur angenehm erscheint.
Gesundheitliche Risiken
Sonnenbrand entsteht durch zu viel UV-Strahlung und kann schmerzhaft sein.
Langfristig kann häufige UV-Belastung zu Hautkrebs führen.
Auch die Augen können durch UV-Licht geschädigt werden, z. B. durch Hornhautentzündungen oder langfristige Netzhautschäden.
Beispiel:
Frau Schmidt arbeitet als Erzieherin. Täglich ist sie mehrere Stunden der Sonne ausgesetzt, weil sie mit den Kindern regelmäßig raus geht. Nach einigen Jahren entwickeln sich an ihren Unterarmen auffällige Hautveränderungen, die vom Hautarzt als beginnender weißer Hautkrebs erkannt werden.
Wirkung von UV-Strahlen auf den Körper
Was ist UV-Strahlung?
UV-Strahlung ist Teil des Sonnenlichts. Sie ist für uns unsichtbar, hat aber große Wirkung auf Haut und Augen. Es gibt drei Arten:
- UV-A-Strahlung dringt tief in die Haut ein. Sie führt zur Hautalterung und begünstigt Hautkrebs.
- UV-B-Strahlung ist stärker, erreicht nur die oberen Hautschichten, verursacht Sonnenbrand und kann Erbgutveränderungen auslösen.
- UV-C-Strahlung wird von der Erdatmosphäre vollständig gefiltert und erreicht uns nicht.
Kurzfristige Auswirkungen
- Sonnenbrand. Entsteht durch zu viel UV-B-Strahlung. Die Haut rötet sich, brennt und kann Blasen bilden. Jeder Sonnenbrand ist ein Zeichen von Zellschädigung.
- Allergien und Hautreaktionen. UV-Strahlung kann Sonnenallergien oder phototoxische Reaktionen auslösen. Symptome: Juckende, gerötete Hautstellen, Bläschenbildung.
- Augenschäden. UV-Strahlung kann Binde- und Hornhautentzündungen verursachen. Symptome: Rötung, Schmerzen, Lichtempfindlichkeit.
Langfristige Auswirkungen
- Hautkrebs. UV-Strahlen können das Erbgut der Hautzellen verändern. Wiederholte oder starke Sonnenbrände erhöhen das Risiko für weißen oder schwarzen Hautkrebs.
- Vorzeitige Hautalterung. UV-Strahlung zerstört Kollagenfasern in der Haut. Folge sind Falten, Elastizitätsverlust und Pigmentflecken.
- Augenschäden. Trübung der Augenlinse (Grauer Star). Netzhautschäden bei sehr langer und intensiver UV-Belastung.
UV Schutzmaßnahmen
Auch bei bewölktem Himmel kann bis zu 80 % der UV-Strahlung die Haut erreichen. Schutzmaßnahmen verhindern Sonnenbrand, Langzeitschäden und Hautkrebs.
Technische Maßnahmen
Technische Maßnahmen sind Vorrichtungen oder Hilfsmittel, die die UV-Strahlung direkt abhalten.
- Arbeitsplätze mit Sonnensegeln, Schirmen, Überdachungen oder Sonnenplanen ausstatten.
- Bei reflektierenden Oberflächen (z. B. Wasser, Blech, Sand) seitliche Abschirmungen aufstellen.
- Unterstellmöglichkeiten im Schatten für Pausen schaffen.
Organisatorische Maßnahmen
Hierbei geht es um die Planung der Arbeitsabläufe, um UV-Belastung zu verringern.
- Arbeitszeiten anpassen: Tätigkeiten im Freien möglichst auf Morgen- oder späte Nachmittagsstunden legen
- Wechselnde Aufgaben organisieren, damit Beschäftigte nicht dauerhaft in der Sonne stehen
Persönliche Schutzmaßnahmen
Wenn technische und organisatorische Maßnahmen persönlich nicht ausreichen:
- Lange, luftdurchlässige Kleidung (z. B. langärmliges Hemd, lange Hose) tragen.
- UV-Schutzkleidung einsetzen, wenn die Belastung sehr hoch ist.
- Hut mit breiter Krempe und Nackenschutz tragen.
- Sonnenschutzmittel. Ungeschützte Hautstellen (Gesicht, Ohren, Nacken, Handrücken) mit Sonnenschutzmittel LSF mindestens 30, besser 50+, eincremen.
- UVA- und UVB-Schutz, wasserfest, ausreichend dick und rechtzeitig auftragen.
- Nachcremen erhält die Schutzwirkung, verlängert sie aber nicht.
- Sonnenschutzbrillen mit UV-Filter (CE-Kennzeichen) tragen, bei Blendung getönte Gläser (grau oder braun).
Bei allen Maßnahmen gegen Hitzeschutz auch die Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen berücksichtigen!
Hitze am Arbeitsplatz
Warum ist Hitze gefährlich?
Arbeiten in der Sonne bedeutet nicht nur UV-Belastung, sondern auch Hitzeeinwirkung. Hohe Temperaturen können den Körper stark belasten und die Leistungsfähigkeit mindern. Besonders gefährdet sind Personen mit Vorerkrankungen oder Schwangere.
Risiken durch Hitze
- Flüssigkeitsmangel entsteht, wenn der Körper durch Schwitzen Wasser verliert und nicht genug nachgefüllt wird. Tritt oft unbemerkt auf, da Durstgefühl verzögert einsetzt.
- Unwohlsein und Hitzeerschöpfung. Müdigkeit, Schwächegefühl, Kopfschmerzen, Übelkeit. Haut ist feucht und kühl, Puls beschleunigt.
- Sonnenstich. Entsteht, wenn der Kopf und Nacken zu lange der direkten Sonne ausgesetzt sind. Symptome: Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit, Übelkeit, manchmal Bewusstseinsstörungen.
- Hitzekollaps. Blut versackt in den Beinen, Blutdruck fällt ab. Symptome: Schwindel, Schwarzwerden vor Augen, kurzer Bewusstseinsverlust.
- Hitzschlag. Lebensgefährlich! Körpertemperatur steigt über 40°C. Heiße, trockene Haut, Verwirrtheit, Bewusstlosigkeit. Sofort Rettungsdienst rufen (112)!
Faktoren, die die Gefahr erhöhen
- Hohe Lufttemperatur und Luftfeuchtigkeit
- Keine ausreichende Luftbewegung
- Schwere körperliche Arbeit
- Tragen von dichter Schutzkleidung
- Arbeiten in der prallen Sonne ohne Pausen im Schatten
Verhalten bei Symptomen und Erste Hilfe
Warum ist schnelles Handeln wichtig?
Hitzeerkrankungen und starke UV-Schäden können lebensgefährlich werden. Erste Anzeichen müssen ernst genommen werden, um schwere Folgen zu verhindern.
Typische Symptome bei Hitzeproblemen
- Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit
- Schwächegefühl, Müdigkeit, Verwirrtheit
- Heiße, trockene oder stark gerötete Haut
- Sehr schneller Puls
- Kein oder sehr geringer Schweiß
- Bewusstseinsstörungen oder Ohnmacht
Verhalten bei ersten Anzeichen
- Sofort Arbeit unterbrechen.
- Betroffene Person in den Schatten oder einen kühlen Raum bringen.
Oberkörper leicht erhöht lagern (außer bei Bewusstlosigkeit, dann stabile Seitenlage). - Enge oder schwere Kleidung öffnen oder entfernen.
- Mit Wasser abkühlen, z. B. Stirn, Nacken und Handgelenke befeuchten.
Langsam Wasser trinken lassen, wenn die Person bei Bewusstsein ist.
Erste Hilfe bei Hitzschlag oder Bewusstlosigkeit
Ein Hitzschlag ist ein medizinischer Notfall. Erkennen Sie ihn an:
- Körpertemperatur über 40°C
- Heiße, trockene Haut (kein Schweiß)
- Bewusstseinstrübung bis Bewusstlosigkeit
Maßnahmen
- Sofort Rettungsdienst 112 rufen.
- Betroffene Person in den Schatten oder kühlen Raum bringen.
- Flach lagern mit leicht erhöhtem Kopf.
- Körper mit feuchten Tüchern kühlen, besonders Kopf, Nacken und Achseln.
- Enge Kleidung öffnen oder entfernen.
- Bei Bewusstlosigkeit: Stabile Seitenlage.
- Bei Herz-Kreislauf-Stillstand: Wiederbelebung durchführen, bis der Rettungsdienst eintrifft.
Verhalten bei Sonnenstich
Erkennen Sie einen Sonnenstich an:
- Starke Kopfschmerzen und Nackenschmerzen
- Übelkeit, Schwindel
- Rötung von Gesicht und Nacken
Maßnahmen
- Sofort in den Schatten oder kühlen Raum gehen.
- Kopf und Nacken mit feuchten Tüchern kühlen.
- Viel trinken.
- Bei Bewusstseinsstörungen: Notruf 112.
