Burnout-Syndrom

Was ist unter dem Burnout-Syndrom zu verstehen?

  • Mit dem Begriff „Burnout“ bezeichnet man:
    Eine seelische und körperliche Entkräftung, deren Ursachen im Arbeitsalltag zu finden sind
  • Physische und psychische Reaktionen auf zu hohe berufliche Dauerbelastungen
  • Einen Vorgang, der anfänglich unbemerkt beginnt und sich über einen langen Zeitraum zunehmend verstärkt

Woher kommt das Wort?
Der englische Begriff „burn out“ bedeutet in der deutschen Übersetzung „ausbrennen“.
„Syndrom“ bedeutet: verschiedenen Krankheitssymptomen und –auswirkungen liegt eine gemeinsame Krankheitsursache zu Grunde

Ohne Behandlung ist im Endstadium ein völliger seelischer und körperlicher Zusammenbruch möglich!

Gefährdeter Personenkreis?

Einige wissenswerte Tatsachen und Zahlen:

  • Die wichtigsten Ursachen für Burnout sind beruflicher Stress und/oder die Kombination mehrerer Belastungen (z.B. Vereinbarung von Beruf und Familie)
  • am häufigsten betroffen sind Berufstätige im Alter zwischen 30 und 45 Jahren
  • 50 % der vorzeitigen Berentungen von Lehrer/innen geschehen in Folge von Burnout
  • Ungefähr die Hälfte aller Mitarbeiter im IT-Sektor arbeiten permanent im Grenzbereich ihrer Leistungsfähigkeit oder hatten bereits einen Burnout

Sehr viele Betroffene gibt es auch in den folgenden Berufsgruppen:

  • Management und andere Berufe mit Führungsverantwortung
  • Heil-, Sozial- und Pflegeberufe
  • zunehmend aber auch bei Schülern und Auszubildenden
Ursachen und Symptome

Veränderung wichtiger Einflussgrößen im Berufsalltag in Folge zunehmender Globalisierung:

  • Kommunikationsabläufe und Produktionsprozesse werden immer schneller
  • Profit und Wachstum sind vielfach die Firmenziele mit der höchsten Priorität
  • viel Kunden wollen beste Qualität zum kleinstmöglichen Preis
  • stetiger Anstieg des Konkurrenzdrucks
  • steigende Anforderungen im Berufsleben

Weitere Gründe für die zunehmende Häufigkeit von Burnout-Erkrankungen:

  • Beschleunigung des Lebensrhythmus
  • immer weniger Arbeitsplätze sind noch dauerhaft sicher
  • Notwendigkeit der parallelen Ausübung mehrerer Teilzeitbeschäftigungen nimmt zu
  • Erwerbstätigkeit bis ins hohe Alter gewinnt an Bedeutung
  • unsichere Zukunft
Krankheitsverlauf

Die Burn-out-Entstehung gemäß Freudenberger und North (1992)

  • Der Zwang sich zu beweisen – übertriebener Ehrgeiz und Perfektionismus
  • Verstärkter Einsatz – meist gekoppelt mit der Unfähigkeit, Aufgaben zu delegieren
  • Vernachlässigungen und Abwertung der eigenen Bedürfnisse
  • Verdrängung von Konflikten und Bedürfnissen, Fehlleistungen treten gehäuft auf
  • Veränderung der Wahrnehmung , beginnende Abstumpfung und Umdeutung von Werten
  • Verstärkte Leugnung von Problemen, deutlich reduzierte Leistung, körperliche Beschwerden
  • Rückzug – Familie und soziale Kontakte werden als Belastung empfunden
  • Verhaltensänderung – Apathie oder auch paranoide Tendenzen
  • Gefühl für die eigene Persönlichkeit fehlt, Betroffene fühlen sich nur noch als Maschine
  • Mutlosigkeit und innere Leere
  • Depressionen, Selbsthass und Suizidgedanken zu
  • Totale Erschöpfung , akute Gefahr des körperlichen und/oder seelischen Zusammenbruchs

Der Beginn eines Burnout-Syndroms

  1. Burn-out hat keinen klar zu definierenden Beginn.
  2. Denn eindeutige und typische Anzeichen, wie man sie z.B. vom Ausbruch einer Grippe kennt, gibt es bei Burnout nicht!
  3. Frühe Symptome werden oft nicht bemerkt oder nicht ernst genommen.
  4. Rückblickend ist dann nicht mehr festzustellen, wann genau die krankmachende Überlastung ihren Anfang genommen hat.

Körperliche Symptome:

  • Abgeschlagenheit, Energiemangel
  • Chronische Müdigkeit 
  • Rückgang der Leistungsfähigkeit 
  • Gesteigerte Infektanfälligkeit
  • Häufige Muskelverspannungen 
  • Verdauungsstörungen 
  • Deutliche Gewichtszu– oder Abnahme 
  • Rücken- oder Kopfschmerzen 

Psychische Symptome:

  • Entspannen ist nicht mehr möglich
  • erhöhte Reizbarkeit
  • Furcht vor der Arbeitssituation
  • Gefühl der Ausweglosigkeit
  • gesteigertes Aggressionspotential
  • hohe Suchtanfälligkeit
  • Passivität
  • pessimistische Grundeinstellung, Zweifel am Sinn des eigenen Lebens

Sozialer Rückzug:

  • Unlust, Kontakte aufzubauen oder zu pflegen
  • Gefühl der Überdrüssigkeit
  • Rückzug aus dem sozialen Umfeld
  • Einsamkeit und Isolation
Prävention und Intervention

  • Anerkennung und Lob persönlich aussprechen
  • klar definierte und nachvollziehbare Ziele festlegen
  • den Teamzusammenhalt stärken und ausbauen
  • Aufgaben immer klar und unmissverständlich formulieren
  • das Arbeitsumfeld entspannt und freundlich gestalten
  • bei persönlichen Problemen Hilfe anbieten (Gesprächsangebote, sowie Lösungsmöglichkeiten aufzeigen)
  • Entspannungstechniken lernen und anwenden
  • für regelmäßigen und erholsamen Schlaf sorgen
  • auf gesunde und ausgewogene Ernährung achten
  • für Bewegung sorgen, auch während der Arbeitszeit
  • die beruflichen Ziele realistisch definieren
  • dabei die eigenen Werte im Blick behalten (“sich selbst treu bleiben”)
  • dementsprechend Prioritäten setzen und einhalten
  • ein realistisches Zeitmanagement mit genügend Freiräumen aufstellen und einhalten
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